folgt: 9.2.5 Diffusion von Konzentrationen
hinauf: 9.2 Basismodell
vorher: 9.2.3 Potential-Staupunktströmung
9.2.4 Laminare Grenzschicht
In diesem Testfall wird das Anwachsen einer laminaren Grenzschicht
bei Gleichdruck auf einer ebenen Platte berechnet.
Mit diesem Testfall kann das Zusammenspiel von Impuls-Konvektion
und Impuls-Diffusion getestet werden. Die Diffusion vergrößert die
Grenzschichtdicke, die Konvektion verkleinert sie.
Dieser Testfall dient im Rahmen dieser Arbeit der
Überprüfung der datentechnischen Implementierung.
Da im Programm ,,casu`` die vertikale Impuls-Diffusion implizit und die
horizontale Impuls-Diffusion explizit berechnet werden, also
unterschiedliche Programmbausteine für die beiden Raumrichtungen
der Impuls-Diffusion existieren, sind auch zwei verschiedene
Berechnungen für diesen Testfall angefertigt worden.
SCHLICHTING [111] berichtet wie folgt:
Das Problem der laminaren Gleichdruck-Grenzschicht wurde bereits 1908
von BLASIUS auf eine gewöhnliche Differentialgleichung zurückgeführt,
für die schon vor der Einführung elektronischer Datenverarbeitungsanlagen
numerische Näherungslösungen in tabellierter Form veröffentlicht wurden.
Diese Näherungslösung stimmt mit Messungen überein.
Die Grenzschichtdicke berechnet sich wie folgt:
 |
(9.4) |
Bei der Plattengrenzschicht wird davon ausgegangen, dass die Strömung
weit entfernt von der Platte bis ins Unendliche die konstante Geschwindigkeit
besitzt, die hier mit
=1,0 m/s angesetzt wird.
Dies ist bei der numerischen Simulation mit
Berechnungsgebieten endlicher Abmessungen nur näherungsweise erreichbar.
Bei der vertikalen Grenzschicht ist mit einer Wassertiefe von 22 m gerechnet worden.
Bei der horizontalen Grenzschicht beträgt die Breite des
Diskretisierungsgebiets 20 m.
Das Diskretisierungsgebiet hat in beiden Fällen eine Länge von 200 m.
Der Wert der konstanten Viskosität beträgt 0,02
/s. Diese, gemessen
an der Viskosität von Wasser, relativ große Viskosität ist erforderlich,
damit die Strömung in der Rechnung in jedem Fall laminar bleibt.
Bei den Berechnungen für die Grenzschicht mit vertikaler Impuls-Diffusion treten
Instabilitäten
auf, die auf die fehlende Trägheit der vertikalen Geschwindigkeiten zurückzuführen
sind, siehe Abschnitt 8.2.3.
Daher ist es notwendig, bei dieser Grenzschicht ein Geschwindigkeitsprofil
am Einlauf vorzugeben, das einer laminaren Grenzschicht entspricht, die
bereits eine relativ große Lauflänge (hier 12,5 m) hinter sich hat.
Bild 22
zeigt Geschwindigkeitsprofile am Austritt aus dem
Berechnungsgebiet. Daran kann man erkennen, dass die Außenströmung
beschleunigt ist. Dies ist aufgrund des seitlich begrenzten Berechnungsgebiets
zur Erfüllung der Kontinuität notwendig.
Es tritt ein negativer Druckgradient (Wasserspiegelgefälle) in Strömungsrichtung
auf.
Die Annahme einer Gleichdruck-Grenzschicht, auf der die BLASIUS-Lösung basiert,
wird also geringfügig verletzt. Dazu passt es, dass die Geschwindigkeitsprofile
etwas völliger sind.
Es bleibt also eine geringfügige Unsicherheit zurück, ob dieses Ergebnis die
Implementierung der Impuls-Diffusion hinreichend genau überprüft.
Daher ist im Testfall Logarithmisches Wandgesetz in Abschnitt 9.3.3
auch mit einer konstanten Wirbelviskosität gerechnet worden. In Folge der
konstanten Schubspannung muss sich dort eine lineare Geschwindigkeitsverteilung
ergeben. Diese wird von Programm ,,casu`` genau wiedergegeben.
Dies verifiziert die Implementierung der Impuls-Diffusion .
In diesem Testfall laminare Grenzschicht
hat die Überprüfung der vertikalen Impuls-Diffusion die Kennung
,,wandver``
,
die Überprüfung der horizontalen Impuls-Diffusion die Kennung
,,wandh``
in der bereits angegebenen Quelle http://www.wyrwa.de/casu/test.
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Jens WYRWA * 2003-11-05